Stevens Christina
Stimmungsschwankungen
Guten Tag

Mein Sohn Jake (9 jährig) hat seit 6 Wochen Diabetes.
Auf der Handlungsebene konnte er schnell damit umgehen. Auf der emotionalen Ebene ist es ein ziemliches auf und ab. Manchmal kommt es mir vor, als sei er schon frühpupertär. Er sagt zu vielem nein oder verweigert sich einfach. Ich kann verstehen, dass er sich so verhält und versuche, ihm mit viel Geduld zu begegnen. Manchmal gelingts nicht immer.
Wer hätte mir ein paar Tipps wie ich mit diesen Launen umgehen könnte (auch auf der Handlungsebene)?

Herzlichen Dank
Christina Stevens

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#6 Guest 07:45 18.06.2014
(Fortsetzung) Und wenn‘s mal ganz schlimm kommt: Geh aus der Situation raus, verlass den Raum, zähl bis 100 oder 1000 oder noch weiter…und „räume danach auf“. Meist haben sich dann auch die Kids schon beruhigt, und die einzigen, die noch einen hohen Puls haben, sind die Eltern.

Vielleicht hat man dann das eine oder andere Mal zu streng reagiert, weil ja der BZ schuld war. Aber der BZ kann nicht immer alles entschuldigen. Das müssen sie auch lernen, auch wenn es Jahre dau-ert…

PS: Nur damit es dich beruhigt: So einfach funktioniert es bei uns auch nicht immer!

Lieber Gruss und vielleicht auf bald:

Ein „Diabetes-Papa“
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#5 Guest 07:44 18.06.2014
Hallo Christina

Auch unser Sohn ist 9 und vorpubertär. Das hat mit dem Diabetes nicht viel zu tun.

Natürlich sind Diabetiker bei Über/Unterzuckerung emotional instabiler, launischer und rasten auch mal aus.

Und ihr Eltern werdet das handhaben müssen: mal rastet ihr auch aus, mal habt ihr die Nerven, der Szene ruhig zu begegnen, mal versucht ihr es mit vernünftigen Worten etc., etc. Es gibt kein Patentre-zept! Eure Reaktion ist auch abhängig von Eurer Tagesform. Denkt nicht zu viel darüber nach. Ihr werdet alles genauso richtig oder genauso falsch machen, wie wir alle auch, und wie auch gegenüber den allenfalls vorhandenen gesunden Geschwistern. Letztlich macht der Diabetes keinen Unterschied, und das ist auch das Einzige, was ich Euch auf den Weg geben möchte: Der Diabetes macht keinen Unterschied! und dies ist genau das, was alle Diabeteskids auch wollen: Eine normale Behandlung für ihr normales Leben (halt eben mit Diabetes). (-> Fortsetzung)
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#4 Guest 20:02 17.06.2014
Liebe Christina

Wir wünschen Euch ganz viel Kraft und Geduld in dieser schwierigen Zeit. Eigentlich kann auch ich mich den anderen nur anschliessen. Raum lassen für die Wut, die Trauer. Es braucht Zeit, um zu akzeptieren. Zwischendurch etwas "Lässiges" machen, aber auch wieder Grenzen setzen, damit er spürt, dass nicht alles im Leben geändert hat. Ich weiss, dass dies sehr schwierig ist, dann auch die Eltern müssen ja lernen, mit dieser Krankheit zu leben. Bis hoffentlich bald einmal!
Karin
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#3 Maurer Claudia 13:00 17.06.2014
Liebe Christina

ich kann mich da nur Barbara anschliessen.
Für Jake - und für euch - hat sich in kurzer Zeit wahnsinnig viel geändert. Jake selbst hat keine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren und versucht es möglicherweise jetzt auf einer anderen Ebene.
Trotzdem kann man ja nicht alles durchgehen lassen...
Vielleicht braucht er auch extra das Gefühl von Grenzen setzen damit er merkt, dass sich nicht alles geändert hat
Aber vielleicht könnt ihr versuchen, im Alltag vermehrt schöne Moment einzubauen, die ihr "normalerweise" nicht machen würdet. Evtl. mal (zusätzlich) ins Kino, anstelle eines gesunden Mittagessens die ganzen Kohlenhydrate in Glace investieren, mal eine Ausflug in den Europapark etc.
Einfach irgendwelche Sachen, die den Fokus auf Positives lenken.
Das tut evtl. nicht nur Jake sondern auch euch allen gut.

Ich wünsche euch ganz viel Kraft und hoffe, dass wir euch bald mal sehen
Claudia
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#2 Guest 09:36 17.06.2014
Liebe Christina, ich kann Dich sehr gut verstehen. ich weiss nicht wie gut ihr den Diabetes akzeptieren könnt. Bei mir hat es sehr lange gedauert, bis ich die Diagnose für meine Tochter annehmen konnte und ich glaube auch ich hatte Stimmungsschwankungen. Trauer, Wut, Überforderung Resignation, hoffen, dass am nächsten Morgen alles nur ein schlechter Traum war. Was es alles zu verstehen gibt, das man nicht verstehen möchte eigentlich...Es ist schön, dass Du Verständnis hast und seinen halt negativen Gefühlen Raum gibst. Es ist ok, das es wütend macht, Weil es eine schwierige Situation ist und es ist gut, wenn das Kind es sagt und Du auch... und dann Dinge suchen die Euch Spass machen, etwas tun, das Dir Freude macht für Dich, damit Du die Kraft hast, es nachher weiterzugeben. Den Spass suchen ;-), er verschwindet nicht... und dann halt Geduld, alles wird gut. Herzlich Christa
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#1 Krynski Barbara 06:46 17.06.2014
Liebe Christina, Geduld ist sicher das Allerwichtigste! Wichtig finde ich auch, ihm immer wieder die Wertschätzung, für alles, was er in dieser kurzen Zeit seit der Diagnose schon gelernt hat und anwendet, zu zeigen. In Krisenmomenten ist es manchmal einfach gut, Ablenkung zu suchen, sei es mit einem spontanen Ausflug, einer Runde Fussball, wildem Rumtoben, Trampolin springen - je nach Vorliebe. Auch der Kontakt zu anderen betroffenen Kindern und Eltern hilft ganz grundsätzlich. Eventuell wäre da gerade der Eisenbahnplausch (http://www.swissdiabeteskids.ch/index.php/termine-und-anlaesse/veranstaltungen/details/88-grillnachmittag-in-glattfelden) eine gute Gelegenheit?

Herzlich, Barbara
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