Armanda
Umsteigen auf Pumpe mit Hindernissen
hallo zusammen
Mein Sohn (8) hat seit 14Mt Diabetes und spritzt seitdem im 2-Spritzen-Schema. Das Spritzen macht ihm nichts aus, aber alles dreht sich nur ums Essen. Er isst sogar heimlich.
In den Sommerferien war er das erste Mal im Diabeteslager und hat dort einige Kinder kennengelernt, die eine Pumpe haben und war hell begeistert.
In den Ferien lernten wir noch ein italienisches Mädchen kennen, das eine Omnipod am Arm trug und uns vorschwärmte, wie frei sie wäre und die Pumpe ihre beste Entscheidung war. Unser Sohn stand mit sabberndem Mund neben ihr, als sie eine riesen Portion Glacé verdrückte und mir kamen fast die Tränen bei dem Anblick.
Als wir von den Ferien kamen, hatten wir grad wieder die 3-Monats-Kontrolle und mein Sohn sagte der Diabetologin, er wolle auch eine Pumpe. Die Ärztin hat uns gesagt, dass man nicht mit dem Gedanken auf eine Pumpe umsteigen sollte, wenn man denke, man dürfe dann mehr bzw. grad essen was man möchte. Das wäre eine falsche Illusion und langfristig zeige sich, dass das straffe 2-Spritzen-Schema die besseren Werte aufweise und für den Körper besser wäre.
Ich verstand die Begründung nicht ganz, obwohl sie meinte, es wäre zu einem späteren Zeitpunkt sicher ein Thema, einfach noch nicht jetzt.
Was sind denn wirklich die Vor- und Nachteile? Durch das heimliche Essen hat er schlussendlich auch nicht den besseren HbA1c...

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#16 Trüeb Hansueli 14:52 02.09.2014
Mit grossem Erstaunen nehme ich zur Kenntnis, dass es nach wie vor Diabetologen und/oder Kinderkliniken gibt, die Insulinpumpen nur mit grossem Widerstand verordnen. Ob damit stets die Interessen der betroffenen Kinder gewahrt werden, wage ich anzuzweifeln.
Könnte es vielleicht eine Aufgabe des Vereins Swiss Diabetes Kids sein, bei den betroffenen Kliniken und/oder Ärzten zu lobbyieren? Wir vom diabetesclub.ch würden mithelfen! Ich denke, dass Eltern gegenüber Ärzten manchmal einen schwierigen Stand haben.
Zufällig kenne ich den Sohn von Armanda und ich habe den Eindruck, dass er mit einer Insulinpumpe gut klarkommen würde.
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#15 Salma 07:29 02.09.2014
Ganz herzlichen Dank für die zahlreichen Antworten, die sehr hilfreich sind. Für mich stellt sich die Frage, wie einfach das Handling mit der Pumpe ist für einen 8jährigen. Also weiss ein 8jähriger wie er reagieren muss, wenn zB während der Schule ein Alarm bei der Pumpe losgeht? Wobei wir da ja sicher (hoffentlich) auch entsprechend instruiert werden.
Bezahlt die KK ohne Probleme eine Pumpe? Ich habe irgendwo mal gelesen, dass die KK erst dann eine Pumpe übernimmt, wenn der HbA1c über längere Zeit schlecht ist. Weiss aber nicht genau, wie aktuell diese Aussage noch ist. Wie war das bei euch?
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#14 Guest 11:58 30.08.2014
Hallo Armanda
unsere Tochter ist 4 und hat seit 18 Monaten Diabetes. Wir haben uns von Anfang an für die Pumpe entschieden und sind glücklich damit. Wir sind überzeugt davon, dass das die richtige Entscheidung war und unser Arzt hat uns dabei unterstützt. Es liegt auch mal drin sich ein Glace zu gönnen, wenn andere auch eines bekommen. Es ist sicher wichtig auf die Ernährung zu achten aber ab und zu was Süsses, bei einem Geburtstag oder sonst einem speziellen Tag ist das mit der Pumpe kein Problem.
Ich finde es nicht richtig, wenn die Ärztin im Weg steht. Denn das wichtigste ist das Wohl des Kindes!!! es sollte jede Familie mit dem Kind zusammen selber entscheiden können was für das Kind das Beste ist :-)
würde in Ihrem Fall auf Ihren Sohn hören und auf auf die Pumpe wechseln.
Alles Gute
Monika
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#13 Guest 15:05 29.08.2014
Hallo Armanda
Mein Sohn (8) hatte am Anfang auch das System mit dem 2-Spritzen-Schema. Für uns hat es überhaupt nicht gepasst, wir sind Zeitchaoten und liefen die ganze Zeit am Anschlag. Ich musste ziemlich "kämpfen", damit wir auf die Pumpe wechseln konnten, für uns hat es sich gelohnt, mein Sohn und die ganze Familie würden sie nicht mehr hergeben! Wir haben das 2-Spritzen-Schema nur ein halbes Jahr gemacht und haben die Pumpe jetzt seit 5 Jahren. Unser HbA1c ist soweit gut und unsere Lebensqualität hat sich massiv verbessert. Mein Sohn darf immer noch nicht süsses essen wann er will, aber das darf unsere "gesunde" Tochter ja schliesslich auch nicht, aber er kann am Tisch soviel essen wie er will und nicht soviel wie am Morgen gespritzt wurde. Er kann auch bei Geburtstagsfeiern in der Schule den Znüni essen und "normal" sein. Das negative zur Pumpe: wir müssen den Blutzucker mehr messen als früher und wir haben mehr Schwankungen im BZ, aber das ist für uns nicht so schlimm. Ich hoffe, dass ich Dir etwas weiterhelfen konnte.
Liebe Grüsse
Daniela
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#12 Guest 13:02 29.08.2014
Liebe Armanda
Unser Sohn (8J, Diabetiker seit guten 4 Jahren) hat seit über 3 Jahren den Omnipod und er ist immer noch begeistert. Für uns alle hat sich damit die Lebensqualität extrem verbessert. Alles wurde spontaner und irgendwie 'freier'. (und der HbA1c wurde auch minim besser!)
Weder die Ärzte des Unispitals beider Basel noch unser Diabetologe hat jemals gesagt, dass das 2-Spritzen-Schema besser sei! Aber natürlich ist es billiger.... ;)
Seit über 1 Jahr hat er auch den Dexcom (kontinuierliche BZ-Messgerät von Roche) und zusammen mit dem Omnipod kann er ein sehr unbeschwertes Leben führen.
Der Nachteil der Pumpe ist sicher, dass man all 3 Tage einen neuen Pod setzen muss und dieser dann ständig am Körper ist. Damit hat unser Sohn jedoch nie Probleme. Unser Sohn konnte die Rochepumpe und den Omnipod jeweils 3 Tage 'probetragen' (ohne Insulin) damit er testen konnte, was ihm mehr zusagt. So ohne Verbindungsschlauch war der Omnipod ganz klar der Gewinner.
Lass dich nochmals - am besten von einer anderen Person - beraten. Wir können euch den Omnipod nur wärmstens empfehlen!!
Liebe Grüsse
Nicola
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#11 Guest 11:15 29.08.2014
liebe Armanda
keine Ahnung, warum die Diabetologin auf Ihrer Meinung beharrt, Tatsache ist, das man mit einer Pumpe die besten HbA1c hinkriegt.
Wir haben seit 1 Jahr eine Pumpe!

Das 2-Spritzen-Schema ist nicht kindsgerecht... Man muss essen, wann die Spritze das vorschreibt. Und zuschauen, wie andere Schoggi und Glacé verdrücken. Das ist der erste Schritt zu einer Essstörung. Mein Sohn hätte das damals mit 3 Jahren ganz sicher nicht mitgemacht.

Ich würde den Arzt wechseln! Es gibt Ärzte, die offener sind für Pumpen, Und wenn dein Sohn eine will, kriegt er sie auch.
Vorteile der Pumpe: feinere Skala, nur noch 1 Insulin, da merkt man direkter, was das Insulin bewirkt, nachts kann man das Insulin so einstellen, wie es der Körper braucht, weniger Stiche (nur alle 2-3 Tage einen Pieks). Essen, wann man will und wieviel man will.
Nachteile: der Katheter kann rausreissen, sich lösen,schnelleres Ketonerisiko, der Schlauch (stört uns jetzt gar nicht!), er kann abknicken, der Katheter verstopfen. (All diese Szenarien kommen bei uns vielleicht 2 mal im Jahr vor).
liebe Grüsse
Rahel
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#10 Guest 10:12 29.08.2014
Hallo liebe Armanda,
Da stellen duch bei mir alle Nackenhaare auf und ich kann mir denken bei welchem Arzt oder Spital
Ihr seit!
Mein Sohn (13) hat seit 9 Jahren Diabetes. Schon seit 8 Jahren trägt er rine Pumpe von Roche.
Die Pumpe, das war die BESTE Entscheidung!!!
Natürlich kann dein Sohn dann auch ein Glace essen, sogar noch ein zweites, wenn er mag. Und das mit den langzeitigen Werten- na ja die Ärztin ist sicher keine Diabetikerin und kann essen und trinken wann und
wieviel sie will!
Lebensqualität und Freude tragen massgeblich zur allgemeinen
Gesundheit bei. Diese ist speziell für Diabetiker eben auch wichtig!
Übrigens, du darfst dir deinen Diabetologen selbst aussuchen unf die Mutter bist immer noch du!
So hab Mut und höt auf dein Bauchgefühl! Dein Sohn wirdd dir danken!
LG Clem
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#9 Guest 09:46 29.08.2014
Hallo Armanda

Unser Sohn (12) hat seit bald einem Jahr DM und wir spritzen FIT. Wenn Deinem Sohn das spritzen nichts ausmacht wär das vielleicht eine Übergangslösung? Ist halt mit mehr Spritzen verbunden, gibt aber auch schon ein bisschen mehr Freiheit. Mein Sohn kommt damit super klar. Jedenfalls würde ich mich mit der Antwort Eurer Diabetologin nicht abspeisen lassen. Schlussendlich müsst Ihr mit der Therapie auch klar kommen.
Liebe Grüsse
Monika
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#8 Guest 09:17 29.08.2014
Hallo Armanda

Möchte noch was anfügen. Mein Sohn bekommt 5 Mahlzeiten und ich will nicht das er immer was isst und Insulin zuführt. Es braucht geregelte Mahlzeiten. ABER! In den Ferien und bei Geburtstagen etc. mache ich Ausnahmen. Da bekommt er auch zwischendurch ein Glace einfach so. Übrigens am Sonntag darf mein Sohn am Morgen essen was er will. Da können es auch Kornflex sein und weisse Brötchen. Ansonsten gibt es ein Jogurt mit Vollkornhaferflocken und/oder ein dunkles Brot mit Konfi. Ich möchte Dir nur sagen auch die müssen Irgendwann auch nicht empfohlene Nahrungsmittel essen, ansonsten machen sie es heimlich. Ich wünsche Euch alles gute und höre auf dein Herz.

Liebe Grüsse
Irene
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#7 Guest 08:53 29.08.2014
Liebe Amanda
kann dir nur empfehlen so rasch wie möglich auf eine Pumpe umzustellen. ist doch das Schlimmste für ein Kind zu verzichten wenn andere dürfen. (war für mich immer das grösste Problem!) Meine Tochter 6 J. hat seit fast einem Jahr Omnipod. wir sind seither sehr viel flexibler und sehr zufrieden mit dem Pod! Unser HbA1C hat sich trotz flexiblerem Essen (wir verzichten auf nichts) verbessert und ist sehr gut! Wir hatten sehr grosse Probleme mit den Spritzen. haben deshalb innerhalb von 3 Wochen auf Pod umgestellt, also würde ich mich sofort nochmals mit dem Diabetesteam in Verbindung setzten und ein bisschen Druck machen.
Alles Gute für Deinen Sohn viele liebe Grüsse Sabine
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