• Name
    Andrea
  • Betreff
    Nächtlicher BZ-Anstieg
  • Frage
    Hallo.
    Mein Sohn (9 Jahre alt) ist seit gut 1 1/2 Jahren Diabetiker und praktisch seit Beginn hat er fast jede Nacht ab ca 23 Uhr einen markanten BZ -Anstieg, z.T. Über 20 mmol. Der letzte Wert am Abend pendelt zwischen 5 - 9. Er isst definitiv nichts heimlich und hat auch keine Aufregung vor dem Schlafen wie z.B. PlayStation oder spannende Filme etc. Oftmals korrigieren wir den Wert mit zusätzlichem Spritzen, z.T. reagiert er jedoch kaum darauf. Normalerweise sinkt er ab 02 Uhr langsam wieder. Kennt jemand solche Verläufe?
    Wir spritzen nach dem 4-Spritzen Schema. Als Basalinsulin hatten wir zunächst Levemir, nach einem Jahr haben wir es mit Lantus versucht und jetzt seit ca. drei Monaten haben wir Tresiba. Dazu seit Beginn Novorapid. Unser Diabetologe hat auch keine Erklärung für diesen Anstieg.

    Vielen Dank für eure Rückmeldungen!

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#9 Andrea 06:27 23.05.2017
Hallo zusammen.
Vielen Dank für eure Antworten. Es ist schon mal gut zu wissen dass man nicht allein mit diesem Problem ist.
Was ich bisher nicht erwähnt habe - mein Sohn hat den FreeStyle Libre, somit können wir den Verlauf sehr gut nachverfolgen und Hypos als Ursache (meistens) ausschliessen. Was wir beobachten konnten ist dass nach intensivem Sport der Anstieg weniger ist. Zum Abendessen hat er eigentlich immer das gleiche - er ist nicht sehr experimentierfreudig beim Essen.. einen Fastentag hatten wir noch nicht, geplant ist er jedoch. Mit der Dosierung des Tresiba haben wir schon einiges ausprobiert. Was uns das ganze momentan erschwert ist sein Heuschnupfen. Es mich allerdings auf die Idee brachte dass noch andere Allergien vorhanden sein könnten. Deshalb haben wir sein Bett von Stofftieren befreit und Kissen sowie Decke speziell gewaschen. Die ersten Nächte waren dann auch besser. Jetzt haben wir einen Termin für einen Allergietest gemacht und ich bin gespannt was dabei herauskommt..
Lg
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#8 Andrea 17:45 22.05.2017
Hallo zusammen

Bein unserem Sohn (8) kennen wir die nächtlichen BZ-Anstiege ebenfalls. Seit er eine Pumpe hat, kriegen wir die Kurve besser in den Griff, da man die Basalrate viel feiner abstimmen kann. Unabhängig davon haben wir festgestellt, dass die Höhe des Anstiegs bei mehr Kohlenhydraten (insb. schnelle) überproportional zur benötigten Insulinmenge ansteigt. Je höher der BZ-Spiegel kurz nach Mitternacht ist, desto schwieriger wird es, den BZ wieder 'runter' zu holen. D.h. er braucht auch überproportional mehr Insulin. Wir haben kein Patentrezept, wie man den Anstieg vermeiden kann. Um die Unruhe im nächtlichen BZ zu reduzieren, haben wir am Abend ein Essen mit weniger Kohlenhydraten (10-20g). Dies können wir mit einem Dual-Bolus (Pumpe) recht gut kompensieren. Da bleibt auch der BZ stabil (Basalrate ist ja entsprechend angepasst). Zwischendurch gibt es andere Menüs mit mehr KH (am schlimmsten ist Konfibrot am Abend :-* ), da gebe ich 3 - 4 x nachträglich in der Nacht nochmals Insulin ab. :o :zzz

LG
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#7 Kate Murrie 12:20 22.05.2017
Hallo.
Ich wollte nur schreiben und sagen dass wir eine Ähnliche erfahrung hatte mit unserer Sohn. Er ist seit 5 Jahren Diabetiker. Er ist jetzt 10 und in der letzte 12 Monaten ist der selbe passiert. Nach viele Versuchnungen und Abklärungen mit unsere Diabetologin haben wir der Basalinsulin zwischen der entsprechenend Zeitspanne langsam erhöht bis den Ansteig abgedeckt war. Eine Erklärung gab es nie aber es ist gut möglich, dass es mit hormonal veränderungen verbunden ist.

Alles gute.
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#6 Beate 11:54 22.05.2017
Hallo,
genau das gleiche Problem habe ich mit unsrer Tochter (8 Jahre) auch. Haben auch Basis Insulin Tresiba. Um Mitternacht ist der BZ sehr hoch mit teilweise starkem bis weniger starkem Abfall. Es hängt auch sehr damit zusammen, was sie am Abend gegessen hat. Aber es schwankt immer. Habe keine Lösung, vielleicht hilft es einfach zu wissen, das man nicht alleine mit dem Problem ist.
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#5 Tamara 07:56 22.05.2017
Hallo zusammen. Das Problem haben auch wir mit unserer Tochter. Anstieg bis 2 Uhr Morgens und danach nur noch sinkend. Mit Levemir war es noch schlimmer als jetzt mit dem Tresiba. Die Schwierigkeit bei uns besteht, die richtige Dosierung Tresiba zu finden. Geben wir mehr Tresiba, bleibt die Kurve nachts schön flach, sinkt dann aber in den Morgenstunden zu stark ab. Etwa um 05.00 Uhr morgens gibt es garantiert ein Hypo und entsprechend hypogefährdet ist sie dann den ganzen Tag duch. Wenn wir etwas weniger Tresiba geben, sind die Anstiege Nachts bis ca. 15 - 20 mmol und dafür sinkt sie bis zum morgen etwa wieder auf 6 mmol ab. Das ist ja auch nicht besonders förderlich für einen guten HBA1C, wenn sie die halbe Nacht so hoch ist.
Deshalb, wissen auch wir keine Rat. Ich könnte mir aber vorstellen, dass so etwas mit einer Pumpe besser einzustellen wäre. Leider für uns derzeit kein Thema, da sich das Mädel weigert, eine Pumpe zu nehmen. Sind gespannt auf weitere Erfahrungsberichte.
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#4 Nail 19:40 21.05.2017
Hallo Andrea

aus dem Text heraus eröffnen sich für uns folgende Fragen:
a) Wie sehen die BZ Messungen aus (alle 30/60min)?
b) Hat Dein Sohn Ketonkörper im Urin?
c) Hat er schon einen Fastentag hinter sich?
d) Was passiert mit dem BZ wenn das Tresiba leicht reduziert wird? Dies sollte nur eine kleine Veränderung über mehrere Tage zur Beobachtung sein. Wichtig: BZ Messungen alle 30/60min.

Die Ursache des Anstieges am Abend könnte eine Unterzuckerung sein. Wenn das korrigierende Insulin nicht wirkt, wirkt vermutlich ein anderes Hormon. Je nach Niveau des BZs wirken Adrenalin, Kortisol und Wachstumshormone. Diese Hormone lassen den BZ ansteigen.

Wann wird das Tresiba gespritzt?

Liebe Grüsse
Cem und Nail

PS: Cem hat seit 2 Jahren und ich seit 32 Jahren Diabetes

Kommentar
Aus diabetologischer Sicht ist es theoretisch richtig als Ursache des ansteigenden Blutzuckers eine hormonelle Gegenregulation nach eventuell nicht erkannter Hypoglykämie in Betracht zu ziehen. Je nach Blutzuckerverlauf ist das aber auch ohne die vorgeschlagenen Punkte a) bis d) möglich, insbesondere wenn ein kontinuierliches Glucosemonitoring (CGMS) eingesetzt wird. Statt der Messung der Ketonkörper im Urin bietet sich die Messung der beta-Ketone im Blut (analog zur Blutzuckermessung) als wesentlich aussagekräftigere und genauere Methode an. Schliesslich müsste vor der Reduktion des Tresibas in jedem Fall vorab mit dem behandelnden Diabetologen gesprochen werden.

Udo Meinhardt, medizinischer Beirat Swiss Diabetes Kids
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#3 Mirjam Maschke 08:15 21.05.2017
Wir haben genau dasselbe und ich bin gespannt, welche Tips wir erhalten.
Mirjam Mama von Mael
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#2 Nicole 06:36 21.05.2017
Hallo Andrea.

Leider hab ich dir auch nicht die Lösung denn wir haben genau das gleiche problem. Habe festgestellt dass er Morgen einen besseren Wert hat wenn ich nicht korrigiere um 22/23.00 Uhr. Mir ist aufgefallen wenn wir Brot am Abend essen und mein Sohn kein Aufschnitt Käse etc zusätzlich iss sind die Werte besser und die ganze Nacht stabil. Kann und will ihn aber diese Sachen nicht verbieten zu essen. Unsere Diabetologin hat auch keine Erklärung und meint kann an den Hormonen sein aber man stecke da ja nicht drin dass man genau sagen kann wieso weshalb warum. Er bekommt nun nach 3,5 Jahren Diabetes mit Fit-Therapie eine Pumpe in den Sommerferien. Hoffe dass sich somit das Problem dann löst. Hoffe für euch dass ihr das bald in den Griff bekommt.
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#1 Rahel 17:56 20.05.2017
Wir kennen nächtliche Anstiege auch, bei uns beginnen sie aber etwas früher, um 22 Uhr. Oft hat das mit der Ausschüttung der Wachstumshormone etwas zu tun. Es könnte aber auch sein, dass das Fett und Eiweiss vom Znacht sich bemerkbar macht. Das kommt bei uns 4-5 Stunden nach dem Essen zum Tragen. Wir haben eine Pumpe, da kann man solche Blutzuckerkapriolen ein wenig besser abfangen.

Kommentar:

Zur Antwort von Rahel; da muss ich aus diabetologischer Sicht eine kleine Korrektur anbringen: Der BZ Anstieg am späten Abend hat mit dem Wachstumshormon sicher nichts zu tun. Du verwechselst das wahrscheinlich mit dem sogenannten Dawn Phänomen, das in den frühen Morgenstunden eine gewisse Insulinresistenz und einen BZ Anstieg erklären kann. Das mit dem Essen ist ein richtiger und wichtiger Punkt: Es ist wichtig, herauszufinden, ob der BZ Anstieg mit dem Essen erklärt ist oder nicht; hierfür, empfehle ich einen Fastentest durchzuführen. Es ist aber wichtig, das vorab mit dem Diabetologen zu besprechen.

Udo Meinhardt, med. Beirat Swiss Diabetes Kids
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